Brief an die Pfarrei ...

... St. Petrus, Übach-Palenberg

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Do 19. Mär 2020
Heinz Intrau

Liebe Christinnen und Christen in St. Petrus,
liebe Bewohnerinnen und Bewohner Übach-Palenbergs,

 

im Namen des Pastoralteams und aller unserer Mitarbeiter wende ich mich heute als Pfarradministrator von St. Petrus auf diesem nicht alltäglichen Weg an Sie alle.

Die Nachrichten über die Ausbreitung des Corona-Virus und seine Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unserem Land und in Europa überschlagen sich.

Alle müssen, um möglichst die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen,
tiefe Einschnitte in ihrem privaten, gesellschaftlichen und beruflichen Leben hinnehmen und sich auf immer neue Situationen einstellen.

Dies gilt auch für uns als Christinnen und Christen und für uns als Kirche.

Gerade in einer Situation, wo es des Trostes, der Ermutigung, des Beistandes und der Solidarität bedürfte, werden notwendige Einschnitte in unser aktives Glaubensleben vorgenommen, die uns im Nerv treffen.

Die Aussetzung aller öffentlichen Gottesdienste, aller Angebote - auch kultureller Art - bis mindestens Sonntag, dem 19. April,  darunter Exequien, Taufen, Trauungen, Erstkommunionfeiern, die Schließung unserer Kinder- und Jugendeinrichtungen, das Wegfallen aller Angebote für die österliche Fastenzeit stellen einen noch nie so erfahrenen Einschnitt in das Leben als Gläubige und Kirche da.

Sie sind aber notwendig, um zum Einen diejenigen besonders zu schützen,
die am gefährdetsten sind und um zum Anderen dem Virus den Nährboden zu entziehen.

Als ich letzten Sonntag um 10 Uhr in St. Thekla Merkstein und um 11.30 Uhr in
St. Willibrord Merkstein die schon gelichteten Reihen der Gottesdienstteilnehmer blickte, konnte man in den Gesichtern die Hoffnungen, Fragen und Bitten der Menschen erkennen.

Wir waren wohl alle in dem Bewusstsein zu dieser Messe gekommen, dass dies wohl für nicht absehbare Zeit das letzte Mal gewesen ist, dass wir zusammen Eucharistie gefeiert haben. Schlagartig wurde mir bewusst, dass das Selbstverständliche nicht selbstverständlich ist.

Es fühlte sich für mich so an, dass mir mit dem „Gehet hin in Frieden“ bald der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

Ich hatte den Eindruck, dass dies auch für viele galt, die zum Gottesdienst gekommen waren.

  • Wie mag es all denen gehen, die allein oder vereinzelt diese Situation durchleben müssen?
  • Wie mag es den Familien gehen?
  • Wie geht es den Schwächsten unserer Gesellschaft,
    für die Besuche ein hohes Risiko bedeuten?
  • Wie den vielen Kräften, die sich um die erkrankten und geschwächten Menschen kümmern?

 

Ich denke, dass wird Ihnen am vergangenen Wochenende auch so oder ähnlich in Übach-Palenberg ergangen sein.

Seitdem bewegen nicht nur mich diese Fragen, sondern auch alle Mitglieder des Pastoralteams.

Die zentrale Frage lautet: Wie können wir - unter diesen massiv eingeschränkten Bedingungen - den Menschen in ihren Fragen,
ihrem Suchen, ihren Zweifeln, ihren Nöten, ihrer Freude, ihrem Leid und ihren Ängsten beistehen?

Das erste und wichtigste ist - neben dem Gebet füreinander - der solidarische Beistand mit den Erkrankten und alten Menschen und allen,
die in den helfenden, pflegenden und versorgenden Berufen tätig sind.

Wir werden unsere Kirche St. Theresia Palenberg als Ort der Nähe Gottes offenhalten. Zum stillen Gebet ist die Kirche mittwochs von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Auch wenn wir vorläufig nicht mehr als Mahlgemeinschaft im Gottesdienst zusammenkommen können, läuten nun ab Sonntag (22.03.2020) - als äußeres Zeichen der bleibenden Gebetsgemeinschaft - bis einschließlich Gründonnerstag in allen Kirchen in der Pfarrei St. Petrus Übach-Palenberg täglich um 19.30 Uhr für 10 Minuten die Glocken.

Karfreitag und Karsamstag schweigen die Glocken als Zeichen der Trauer über den Tod Jesu am Kreuz.

Mit dem Ostersonntag nehmen wir das Glockengeläut wieder auf, bis wir wieder miteinander regelmäßig Gottesdienst feiern können.

Unsere Glocken laden die Gläubigen und Menschen guten Willens zu einem gemeinsamen Gebet für alle Betroffenen ein.

Beten Sie mit uns für die Kranken, für die vielen selbstlosen Helfer und für alle Menschen, die von dieser und anderen Krisen betroffen sind.

Diesen Beschluss haben wir - die Leitenden Pfarrer der Region Aachen-Land - gefasst, um so deutlich zu machen, dass auch in dieser schwierigen Zeit,
wir im Gebet und der Anbetung untereinander und mit Gott verbunden sind, wenn wir auch nicht persönlich zusammenkommen können.

Da ich als Pfarradministrator auch für die Pfarrei St. Petrus Übach-Palenberg verantwortlich bin, möchte ich dieses Zeichen unserer Solidarität auch in der Pfarrei St. Petrus umsetzen.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten für geistliche Impulse:
z.B.  über die Erzabtei Beuron (www.erzabtei-beuron.de/schott) oder
das Stundenbuch online (https://stundenbuch.katholisch.de).

Es wäre eine andere Form geistlicher Gemeinschaft, die dadurch entstehen könnte.

Auch die Passionistenpatres in Marienberg werden so mit Ihnen allen im Gebet verbunden sein. In den „stillen“ Messen im Kloster werden Pater Hubert und Pater Eduard die bereits bestellten Intentionen mithineinnehmen.

Ihre Gebetsanliegen bringen wir so vor Gott getragen.

Diese Anliegen können Sie uns gerne telefonisch (02451 - 482820), per E-Mail (info@stpetrus-uebach-palenberg.de) , schriftlich auf dem Postwege oder über den Briefkasten des Pfarrbüros (Kirchstr. 23) zukommen lassen.

 

Bleiben Sie gesund und achten Sie auf sich und aufeinander.

 

Ich bitte um Gottes Kraft für Sie alle und bin im Namen des Pastoralteams und der Mitarbeiter*innen der Pfarrei St. Petrus in herzlicher Verbundenheit auch im Namen des Pastoralteams

 

Ihr Pastor Heinz Intrau

Pfarradministrator